Wochenmarkt in Winningen an der Mosel

Wonach halten wir, wenn wir ins Ausland reisen, immer zuerst Ausschau? Wir schauen, ob es einen Markt gibt oder einen Bazar. Bei uns in Deutschland sind sie rar geworden, die Wochenmärkte, auf denen man alles bekommt, was was man für die Küche oder den restlichen Haushalt braucht.

Dienstags von 16 bis 17 Uhr ist jetzt Wochenmarkt in Winningen

In Winningen gibt es jetzt wieder einen Wochenmarkt auf dem Marktplatz. Der Marktplatz ist in der Mitte  noch ein bisschen leer, aber der Anfang ist gemacht, und die Besucher haben ganz offensichtlich Spaß.

Wesentlich für das Gelingen eines neuzeitlichen Marktes sind die Öffnungszeiten. Denn wer hat heutzutage schon Zeit morgens über einen Markt zu schlendern? Also Markt beginnt der Markt in Winningen arbeitnehmerfreundlich um 16 Uhr und endet um 19 Uhr. Also haben auch Berufstätige eine Chance, dort einkaufen zu gehen. Aber was sage ich: Einkaufen ist ja nur das Eine. Sich treffen, zusammen plaudern und ein Glas Wein trinken, ist das Andere. Zwar ist mit der Sektkellerei von Canal nur einer der vielen Winninger Winzer auf dem Markt vertreten, der aber hat gut zu tun. Die Besucher lieben es, mit einem Glas Wein zusammen zu stehen und den Tag ausklingen zu lassen. Manche wollen auch um 19 Uhr noch nicht nach Hause gehen.

Für den kleinen Hunger gibt es auf dem Winninger Wochenmarkt einmal keine Bratwurst und Pommes, sondern etwas Ausgefallenes. Es gibt Langos, eine ungarische Spezialität. Und der junge Mann, der die Hefeteigfladen hier süß oder pikant verkauft, ist ausgesprochen freundlich und auskunftsbereit. Es ist ihm überhaupt nicht anzumerken, dass er bestimmt schon 100.000 Mal die Frage „Langos – was ist das?“ hören und beantworten musste.

Ich kann nur sagen: Langos ist sehr, sehr lecker!

Alle Stände werden von Kundschaft belagert: der Metzger, der Obst- und Gemüsehändler, oder der Stand mit den Griechischen Spezialitäten. Beim Fischhändler gibt es eine riesige Auswahl an frischem und geräuchertem Fisch und der Honig kommt natürlich aus der Region. Wild soll es ab September 2017 geben. Schön, dass dieser Markt auf eine private Initiative hin entstanden ist.

Neuer Markt – neues Merchandising für die ganze Moselregion

Eine Idee zieht die andere nach sich. Die Merchandising-Idee kommt aus dem Hause von Canal. Desirée von Canal hat originelle Einkaufsbeutel kreiert. Einen praktischen Einkaufsbeutel für die umweltbewusste Dame und einen für den salopp gekleideten Herrn. Der Vater der Kommunikationsdesignerin ist Winzer und posed hier sehr authentisch für das Herrenmodell. Ich muss sagen: er kann es tragen!

Wolfgang von Canal ist „King of Wingert“

Und so sieht die Winninger Einkaufstasche für die Dame aus:

Winninger Einkaufsbeutel – Modell „Queen of Wein“

Die Designerin Désirée von Canal geht offensichtlich davon aus, dass die Besucher des Winninger Wochenmarktes keine Angst vor Anglizismen haben. Ich finde die Aufdrucke genial! Auch die hochwertigere Einkaufstasche, die die Weinberge Winningens von oben in der Google Earth-Ansicht und in schwarz-weiß zeigt, ist ausgesprochen originell.

 

Désirée von Canal hat aber nicht nur die Einkaufsbeutel kreiert, sondern auch Postkarten. Die Postkarten, die es bisher in Winningen gibt, meint sie, seien inzwischen in die Jahre gekommen und nicht mehr zeitgemäß. Das Postkartenschreiben allerdings auch nicht. Das ist zumindest meine Beobachtung. Mal sehen, wie die Karten ankommen.

Mehr über die Geburtsstunde des Winninger Wochenmarktes gibt es hier zu lesen.

Noch mehr schöne Märkte rund um Koblenz:

Koblenz – Ehrenbreitstein, mittwochs  16 – 19 Uhr auf dem Kapuzinerplatz. Was es dort alles gibt, steht hier.

Bendorfer Wochenmarkt jeden Freitag von 15 – 19 Uhr auf dem Kirchplatz.

Alle Bemühungen, in der Stadtmitte von Koblenz einen richtig schönen Wochenmarkt zu etablieren, sind bisher gescheitert. Unglaublich aber wahr. Dabei könnte das so eine tolle Touristenattraktion werden bei der richtigen Auswahl des Ortes und der Stände. Aber nach Ehrenbreitstein, Bendorf oder Winningen ist es ja nicht weit. Vielleicht schaut die Koblenzer Stadtverwaltung mal dort vorbei und guckt, wie man einen Markt macht.

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